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Aktuell
Veranstaltungsreihe zum 1. Todestag von Hrant Dink
TÜRKISCHE JUSTIZSKANDALE MIT FOLGEN: Die Morde an Hrant Dink und drei Christen in Malatya

Veranstaltungsreihe 15-18. Januar 2008 in Bremen, Hamburg, Berlin und Frankfurt mit Erdal Dogan, Anwalt von Hrant Dink
 
 
Wie immer wieder in den Medien berichtet wird, bestehen in der Türkei immer noch massive Probleme mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Hunderte Journalis­ten, Schriftsteller und Intellektuelle wurden nach Gesetzen, die der Meinungsfreiheit entgegenstehen, vor Gericht gestellt und verurteilt. Weiter derartige Verfahren wer­den noch immer eröffnet.
 
Von diesen Zuständen in der Türkei profitieren das Militär und faschistische Grup­pen. Sie nutzen diese Gesetze und Verbote zur Erpressung, als Druckmittel und als Rechtfertigung für Gewalt. Gerichtsverfahren gegen Journalisten und Schriftsteller werden zum Aufmarschort für faschistische Demonstrationen, die das Gericht beein­flussen sollen. Bedauerlicherweise ignorieren türkische Gerichte europäische Kon­ventionen und interpretieren die bestehenden Gesetze in ihren Urteilen auf extrem reaktionäre Weise
 
Ein besonderer Vorfall in diesem Zusammenhang ist zweifellos die Ermordung des armenischstämmigen Journalisten Hrant Dink am 19. Januar 2007. Hrant Dink wur­de nach Paragraph 301 des Türkischen Strafgesetzbuchs verurteilt und während des Berufungsverfahrens eine Hetzkampagne gegen ihn durchgeführt. Schließlich wurde er vor dem Gebäude seiner Zeitung ermordet. Obwohl die mutmaßlichen Täter ermit­telt und gefasst sind, wurden die Hintermänner und die Hintergründe der Tat noch nicht aufgedeckt. Bestimmte Kreise versuchen auf alle erdenkliche Weise eine Aufklä­rung zu verhindern. Daher liegt der Fall immer noch weitgehend im Dunkeln.
 
Im April 2007 wurden drei protestantische Christen, ein deutscher und zwei türki­sche Mitarbeiter des christlichen Zirve-Verlags in Malatya, überfallen, gefoltert und ermordet. Die Strafverfahren gegen die mutmaßlichen Täter verlaufen in beiden Fäl­len mehr als merkwürdig. Fast mehr als die Täter sitzen die Opfer auf der Anklage­bank: als „Provokateure“ ihrer eigenen Ermordung! Im Hintergrund steht der be­rüchtigte Strafrechtsparagraph 301, der nach wie vor die „Beleidigung des Türken­tums“ unter Strafe stellt und unter dem Intellektuelle wie Hrant Dink oder Literatur­nobelpreisträger Orhan Pamuk langjährig zu leiden hatten und haben. 
 
Einer, der wie kaum ein anderer Auskunft über die Prozesse und ihre politischen Hintergründe geben kann, ist der türkische Menschenrechtsanwalt Erdal Dogan, langjähriger Anwalt der Familie Dink und auch in den Prozess von Malatya von christlicher Seite eingebunden. Er kommt vom 15. bis 19. Januar nach Deutschland, um in Bremen, Hamburg, Berlin und Frankfurt zu Gesprächen zur Verfügung zu ste­hen.

Noch am Vortag, dem 14. Januar, ist er bei einem sehr wichtigen Verhandlungstag im Prozess von Malatya im Gerichtssaal dabei. Er wird direkt aus der Verhandlung, in der er als Nebenkläger auftritt, nach Bremen kommen.
 Die Veranstaltungen werden von MAF-DAD (Verein für Demokratie und Internatio­nales Recht) in Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Organisationen durch­geführt. Wir hoffen, Sie bei einer der Veranstaltungen begrüßen zu können.

MAF-DAD
Der Vorstand


Programm der Veranstaltungsreihe


 
15. Januar 2008, Bremen

Pressekonferenz
Datum: Dienstag, 15. Januar 2008, 16.00 Uhr
Ort: Forum Kirche, Hollerallee 75, Bremen

Podiumsdiskussion mit:
Rechtsanwalt Erdal Dogan (Rechtsanwalt, Istanbul)
Mahmut Sakar (Rechtsanwalt, MAF-DAD, Köln)
Dr. Rolf Gössner (Rechtsanwalt, Internationale Liga für Menschenrechte, Bremen)
Toros Sarian (Armenische Gemeinde)
Moderation: Hans-Gerhard Klatt (Evangelisches Bildungswerk Bremen)

Veranstalter:  MAF-DAD (Verein für Demokratie und Internationales Recht), Evangelisches Bildungswerk Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), Forum Kirche, Flüchtlingsrat Bremen, Alevitische Gemeinde in Bremen und Umgebung e.V (CEM EVI), Birati e.V., Internationale für Menschenrechte, YEK-KOM (Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland), Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten, Lavo, Internationaler Menschenrechtsverein Bremen, Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen, YXK (Verband der kurdischen Studierenden in Deutschland), Internationaler Frauenverein, isl (internationale sozialistische linke), Die Linke, Kurdische Studenten an der Uni-Bremen, BAL

Datum: Dienstag, 15. Januar 2008
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Forum Kirche, Hollerallee 75, Bremen



 
16. Januar 2008, Hamburg

 
Podiumsdiskussion mit:
 Erdal Dogan (Rechtsanwalt, Istanbul)
Mahmut Sakar (Rechtsanwalt, MAF-DAD, Köln)
Moderation: Dr. Heinz Jürgen Schneider (Rechtsanwalt, MAF-DAD, Hamburg)
 
Veranstalter:  MAF-DAD (Verein für Demokratie und Internationales Recht), YEK-KOM (Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland), Armenischer Kulturverein zu Hamburg e.V., Armenischer Jugendverband Kilikia e.V., YXK (Verband der kurdischen Studierenden in Deutschland e.V.), ISKU (Informationsstelle Kurdistan), Hamburger Volksrat Kurdistan, Kurdistan-Hilfe e.V. 
 
Datum: Mittwoch, 16.01.08
Uhrzeit: 19.00 Uhr
Ort: Universität HH, Von-Melle-Park , Hamburg
 

 

  17. Januar 2008, Berlin
 
Podiumsdiskussion mit:
Erdal Dogan (Rechtsanwalt, Istanbul)
Mahmut Sakar (Rechtsanwalt, MAF-DAD, Köln)
Dr. Gerayer Koucharian (Dozent, Armenische Kirchen- und Kulturgemeinde Berlin)
Prof. Dr. Norman Paech (MdB, Hamburg)
Moderation: Murat Cakir (Journalist, Berlin)
 
Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Stiftung, MAF-DAD (Verein für Demokratie und Internationales Recht), Neues Deutschland, Yeni Özgür Politika (Tageszeitung), YEK-KOM (Föderation Kurdischer Vereine in Deutschland), Navenda Kurda e.V. (kurdischer Verein in Berlin), Armenische Kirchen- und Kulturgemeinde Berlin e.V., DIDF - Föderation Demokratischer Arbeitervereine 
 
Datum: Do: 17.01.2008
Uhrzeit: 18.30
Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Seminarraum 1, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
 
 

18. Januar 2008 Frankfurt
 
Podiumsdiskussion mit:
Erdal Dogan (Rechtsanwalt, Istanbul)
Selahattin Demirtas (stellvertretender Fraktionsvorsitzender DTP)
Masis Kürkcügil (Schriftsteller, ÖDP)
Rober Koptas (Journalist, AGOS)
Özcan Temur (DEKÖP-A)  Moderation: Canan Topçu (Frankfurter Rundschau)
 
Veranstalter:  MAF-DAD (Verein für Demokratie und Internationales Recht), DEKÖP-A, Frankfurt Dernekler Platformu, Medico International, Multikultureller Freundschaftsverein Frankfurt e. V.
 
Datum: 18. Januar 2008
Uhrzeit: 18:30
Ort: Saalbau Gallus , Frankfurt

 
 
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